über 30 JahreIm Februar 1981 wurde unser erster Film für das Fernsehen gedreht. Mit dem Titel „Jeder braucht ein Du“ portraitierte dieser 30-minütige Film die engagierte Hilfe von Laien für psychisch Kranke. Realisiert wurde der Film für die Redaktion „Gott und die Welt“ im Auftrage des Westdeutschen Rundfunks.

Es folgten seit dem viele weitere spannende Dokumentationen und Reportagen für die unterschiedlichsten Redaktionen und Sender. Mehr dazu auf diesem Portal.
WDR

Insolvenzanwalt Welsch

Anwälte wie Welsch haben Hochkonjunktur. Immer mehr Firmen gehen pleite. Schlimm für diejenigen, die es erwischt.

(O-Ton Frank Welsch)

Auf engem Raum geparkte Zugmaschinen und Autos. Der erste Eindruck sagt einem Insolvenzanwalt so allerhand. Lange wurde hier nicht mehr investiert. So wirkt der Betrieb wie ein Provisorium.

(O-Ton Frank Welsch, Mitarbeiter)

Offenbar hat die Firma noch immer gut zu tun. Keine Panikstimmung. Inhaber Jürgen Mowschek ist äußerlich ganz ruhig.

(O-Ton Frank Welsch, Jürgen Mowschek)

Das jetzt die Weichen gestellt werden sollen, wissen die Mitarbeiter. Was aus ihren Jobs wird nicht. Haben sie Angst?

(O-Ton Angelika Kasten)

Nebenan forscht Frank Welsch, wo der Schuh drückt.

(O-Ton Frank Welsch, Jürgen Mowschek)

Drei Stunden später, zurück im Büro. Und schon wieder klingelt das Telefon. Ärger mit der Tankkarte. Ein LKW der Spedition hängt in Kassel fest. Das ist teuer. Jürgen Mowschek muss handeln.

(Jürgen Mowschek)

Tankkarte gesperrt, ein LKW, der festsitzt. Und auch bei den Mitarbeitern gärt es schön langsam. Der Insolvenzverwalter ist bei den Abrechnungen strenger als der Chef. Vor drei Wochen war Angelika Kasten noch ganz zuversichtlich, jetzt ärgert sie sich über Insolvenzverwalter Welsch und die bürokratischen Hürden

(O-Ton Angelika Kasten)

Schon zwei Stunden später. Durch schnelles handeln ist das schlimmste abgewendet. Die LKW fahren weiter und verdienen Geld. Möglich nur durch persönliche Risikobereitschaft von Frank Welsch.

(O-Ton Frank Welsch)

100.000 Euro Bürgschaft. Das macht nicht jeder Anwalt. Bis jedoch ein normales Massekredit-Verfahren läuft, geht wertvolle Zeit verloren. Frank Welsch will das vermeiden und geht Auf Risiko. Die Gehälter zahlt das Arbeitsamt. Ist die Firma zu retten? Es bleiben nur wenige Wochen zeit.

Vater Alexander Mowschek ist ein Urgestein. Er hat die Spedition gegründet. Dem Insolvenzverwalter gefällt der alte Herr.

(O-Ton Jürgen Mowschek)

Die Leidenschaft für den LKW hat der Sohn vom Vater abgeschaut.

(O-Ton Jürgen Mowschek)

Die Frontscheibe eines Trucks hat Steinschlag abbekommen. Eine kostspielige Reparatur, die zum Glück in der eigenen Werkstatt erledigt werden kann. Zwei Schlosser arbeiten noch in dem Unternehmen aus Horn - Bad Meinberg, trotz Insolvenzverfahren. Peter Tiesen und Hendrik Jakobsmeier tun was sie können, um die Fahrzeuge instand zu halten. Dennoch bleibt viel Arbeit liegen.

Nicht nur in der Werkstatt herrscht heilloses durcheinander. Während sich der Insolvenverwalter um die Verbindlichkeiten der Firma kümmert, bleibt auch draußen so einiges liegen. Der Hof ähnelt einem Schrottplatz.

(O-Ton Peter Thiessen, Werkstattleiter)

Ausgerechnet heute kommt ein Berater. Insolvenzanwalt Frank Welsch hat Rafael Nowak engagiert. Der Controller einer großen Spedition in Osnabrück, weiß worauf es ankommt, wenn das Ende von Mowschek´s Firma abgewendet werden soll. Da gibts auch unbequeme Wahrheiten.

(O-Ton Rafael Nowak)

Dem Fachmann fällt noch mehr ins Auge.

(O-Ton Rafael Nowak)

Die Unordnung draußen interessiert Jürgen Mowschek im Moment nicht. Er hat andere Probleme, sagt er. Sein Ding ist der Fuhrpark. Wenn der läuft, denkt er, dann wird alles gut.

(O-Ton Jürgen Mowschek)

(O-Ton Rafael Nowak)

(O-Ton Frank Welsch)

Jürgen Mowschek ist in Welsch´s Kanzlei gekommen. Der Berater will seine Kritik zusammenfassen, neutral und konstruktiv, wie er sagt.

(O-Ton Rafael Nowak)

Jürgen Mowschek muss noch überzeugt werden. Was ihm Rafael Nowak da erzählt bedeutet große Veränderungen im gewohnten Alltagstrott.

(O-Ton Rafael Nowak)

(O-Ton Frank Welsch)

Gute Ratschläge, aber kommen sie bei Jürgen Mowschek an?

(O-Ton Jürgen Mowschek)

Frank Welsch ist schon wieder auf dem Weg zur Spedition. Jetzt geht es dort ans aufräumen. Noch Werkstattleiter Peter Thiessen sammelt die Altreifen, die bis vor kurzem wahllos in einer Ecke gelegen haben. Eine deutlich kleiner Auffangfirma soll das Geschäft des maroden Betriebes übernehmen. Für viele in der Belegschaft wirds langsam eng. Die meisten LKW Fahrer haben ihr vorläufige Kündigung bekommen und nicht nur die.

(O-Ton Angelika Kasten)

(O-Ton Birgit Adam-Moschinski)

Auch Frank Welsch sieht, dass die Entscheidungen hart sind. Dennoch kann der Insolvenzanwalt gegen die Unsicherheit für die Betroffenen nichts tun.

(O-Ton Frank Welsch)

Anwalt Welsch spricht immer häufiger den neuen Mann an. Von Frank Oebbeke verspricht er sich, frischen Wind.

(O-Ton Frank Welsch)

Die Weichen für einen Neuanfang sind gestellt. Die Arbeit des Insolvenzverwalters ist damit getan.

Knastpädagogen

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