über 30 JahreIm Februar 1981 wurde unser erster Film für das Fernsehen gedreht. Mit dem Titel „Jeder braucht ein Du“ portraitierte dieser 30-minütige Film die engagierte Hilfe von Laien für psychisch Kranke. Realisiert wurde der Film für die Redaktion „Gott und die Welt“ im Auftrage des Westdeutschen Rundfunks.

Es folgten seit dem viele weitere spannende Dokumentationen und Reportagen für die unterschiedlichsten Redaktionen und Sender. Mehr dazu auf diesem Portal.
WDR

Georgias Erdnüsse

Erdnuss-Felder soweit das Auge reicht. Hier, mitten in Georgia im Süden der USA, ist der Boden ideal.

Das kleine Städtchen Plains lebt seit Generationen vom Anbau der Erdnuss und fast alles entspricht dem Klischee von der amerikanischen Provinz. Von hier stammt der ehemalige Präsident der USA - Jimmy Carter.

(O-Ton Jimmy Carter)

Doch zu Anfang stand eine weite Reise. Ursprünglich stammt die Erdnuss aus Südamerika. Spanische Eroberer holten sie im 16. Jahrhundert nach Europa. Missionare brachten sie von dort nach Afrika und mit dem Sklavenhandel kam sie schließlich in die USA. In den USA werden vier Sorten Erdnüsse angebaut.

(O-Ton Tyron Spearman)

Farmer Stan Jones testet seinen Boden. Dieser darf nicht zu lehmig sein, denn sonst entwickelt sich die Erdnuss nicht optimal und bei der Ernte bleiben einige Nüssen im Boden stecken. Das Saatgut wird auf knapp zwei Meter Breite in zwei Reihen ausgebracht. Die einzelnen Samenkörner haben dabei gut eine Hand breit Abstand voneinander, erklärt uns Stan Jones.

So kann sich die Erdnuss im Boden am besten entwickeln. Ca. 4-5 Monate braucht sie dann bis zur Reife. Als Schmetterlingsblüter ist sie mit der Erbse verwandt und daher streng genommen gar keine Nuss, sondern eine Hülsenfrucht. Das Besondere: die sich oberirdisch ausbildenden Blütenstile wachsen in den Boden hinein und werden dort zur Erdnuss. Problematisch für die Ernte ist, dass nicht alle Früchte einer Pflanze gleich schnell wachsen. Deshalb muss der optimale Erntezeitpunkt abgepasst werden.

Bei der Ernte kann kaum großes Gerät - wie z.B. bei der Getreideernte - eingesetzt werden. Neue Computergestützte Technologie soll deshalb helfen die Ernte sowohl effizient als auch pflanzenschonend zu gestalten. Rückblick: erst seit 1949 werden in Georgia Landmaschinen für die Ernte von Erdnüssen eingesetzt.

Das Reinigen und Sortieren geschieht meist in kleinen Fabriken direkt vor Ort. Hier werden sie von Spreu und Steinen getrennt, anschließend gedroschen und geschält. Die meiste Arbeit erledigen Maschinen, die letzte Kontrolle muss jedoch von Hand gemacht werden. Anschließend werden die Nüsse verpackt, verschickt, zum Teil ins Ausland. Ein Teil der Ernte bleibt natürlich hier in Plains. Im kleinen Laden von Bobby Salter.

In den Räumen, die früher einmal der Familie von Jimmy Carter gehört haben, werden die Erdnüsse ganz traditionell weiterverarbeitet:

(O-Ton Bobby Salter)

Die Erdnüsse schmecken danach nicht wirklich anders, nehmen aber zum Beispiel Salz besser an. Ganz gleich wie sie auf den Ladentisch kommen - süß oder würzig - sie sind gesund, wie Jimmy Carter weiß.

(O-Ton Jimmy Carter)

Genießen will auch Jimmy Carter die Erdnüsse heute - mit einer Gruppe von Rentnern in Mom's Kitchen. Einer besseren Kantine auf dem platten Land, aber mit guter Küche. Für Carter bereitet Köchin Molly Hühnchenfilet in Erdnussteig zu.

(O-Ton Molly)

Ganz schön mächtig der Teig und dann wird das Hähnchenfleisch auch noch in viel Fett gebraten - aber dazu gibt es ja reichlich frischen Salat. Das Dressing hat es wieder richtig in sich: Erdnussbutter verrührt mit Öl und Gewürzen: Schmeckt aber besser, als es aussieht. Noch ein paar Erdnussraspel drüber - fertig. Mom's Kitchen ist immer voll, auch dann, wenn Jimmy Carter mal nicht hier is(s)t.

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