über 30 JahreIm Februar 1981 wurde unser erster Film für das Fernsehen gedreht. Mit dem Titel „Jeder braucht ein Du“ portraitierte dieser 30-minütige Film die engagierte Hilfe von Laien für psychisch Kranke. Realisiert wurde der Film für die Redaktion „Gott und die Welt“ im Auftrage des Westdeutschen Rundfunks.

Es folgten seit dem viele weitere spannende Dokumentationen und Reportagen für die unterschiedlichsten Redaktionen und Sender. Mehr dazu auf diesem Portal.
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Als die Bilder sprechen lernten

Dort beschäftigen sich viele Männer mit dem Ton zum Film. Drei von ihnen bearbeiten das Problem der Synchronität von Grund auf neu.

Sie entscheiden sich dabei für den fotografierten Schall, den Lichtton. Die Ingenieure Josef Massolle, Hans Vogt und der Physiker Dr. Jo Engl gründen 1919 nach einjähriger Vorarbeit mit dem Elektrokonzern Lorenz das Laboratorium für Kinematografie.

Sie können sich zwar auf grundlegende Vorarbeiten stützen, entwickeln jedoch alle Komponenten neu. So entstehen qualitativ hochwertige Kondensatormikrofone, neuartige Verstärkerröhren für leistungsfähige Tonverstärker, die Ultrafrequenzlampe zur Lichtsteuerung, lichtempfindliche Fotozellen zur Wiedergabe und elektrostatische Lautsprecher.

Die drei Erfinder nehmen erste kurze Tonfilme auf, mit denen sie die Brauchbarkeit des Verfahrens beweisen wollen. Am 17. September 1922 läuft die erste offizielle Lichttonvorführung im deutschen Sprachraum in der Alhambra am Kurfürstendamm in Berlin. Musikstücke, Ansprachen, Vorträge und Theaterszenen wechseln sich ab. Das Publikum ist begeistert, die Presse zurückhaltend, die Filmwirtschaft ablehnend. Engl gibt der Gruppe den Namen „TRI-ERGON“, Werk der Drei.

Der Schwede Sven Berglund kam den drei Deutschen mit der Welturaufführung von Lichttonfilmen 18 Monate zuvor. Er hatte in Berlin studiert und schon 1906 Töne auf Glasplatten fotografiert. Dem Franzosen Eugène Lauste gebührt das Verdienst als Erster in der Welt schon 1910 in England Lichttonfilme hergestellt zu haben. Aber auch ihm fehlten Verstärker und Lautsprechertechnik – zu einer öffentlichen Vorführung kam es nicht.

In Deutschland zwingt Geldmangel die drei Erfinder zum Verkauf ihrer Patente in die Schweiz. Sie arbeiten weiter an Besserungen und schicken ihre Filme auf Tournee, wie zum Beispiel 1924 den Film „Ein Tag auf dem Bauernhof“.

(O-Ton „Ein Tag auf dem Bauernhof“)

(O-Ton Früherer TRI-ERGON Mitarbeiter)

TRI-ERGON will die Größe des Stummfilmbildes beibehalten. Deshalb baut Massolle mehrere Ernemann-Projektoren so um, dass sie eigene 42 mm breite, statt der üblichen 35 mm Filme vorführen können. Die Tonspur liegt außen. TRI-ERGON nimmt zunächst Ton und Bild auf getrennten Filmen in einem Kombigerät auf, wegen der Form und der schwarzen Farbe „Kirche“ genannt.

Die Lichttonspur liegt in der Mitte des Tonstreifens. Bild und Ton werden anschließend auf den 42 mm Film kopiert. Diese breite kann TRI-ERGON jedoch nicht durchsetzen, da sonst weltweit alle Projektoren hätten umgebaut werden müssen.

1924 sind die drei Erfinder nur noch Berater, der inzwischen auf ihrer Arbeit gegründeten Schweizer TRI-ERGON AG. Sie treiben die Entwicklung voran. Massolle übernimmt die Tonaufnahmen für das Wandervorführungsprogramm. Fast überall in Deutschland sind die Vorführungen ausverkauft. Die finanzschwache TRI-ERGON AG ist jedoch damit überfordert, den Tonfilm angesichts einer blühenden Stummfilmkunst einzuführen.