über 30 JahreIm Februar 1981 wurde unser erster Film für das Fernsehen gedreht. Mit dem Titel „Jeder braucht ein Du“ portraitierte dieser 30-minütige Film die engagierte Hilfe von Laien für psychisch Kranke. Realisiert wurde der Film für die Redaktion „Gott und die Welt“ im Auftrage des Westdeutschen Rundfunks.

Es folgten seit dem viele weitere spannende Dokumentationen und Reportagen für die unterschiedlichsten Redaktionen und Sender. Mehr dazu auf diesem Portal.
ARD

Kreis Gütersloh

Viele Industriebetriebe stammen aus jener alten Zeit, das ist typisch für den Kreis Gütersloh und seine Unternehmen. Einer der größten Medienkonzerne der Welt gehört dazu: Die Bertelsmannstiftung AG.

Sauberer als in einem Operationssaal geht es zu, wenn per Laserstrahl Computer-CDs hergestellt werden. Luftschleusen und ein permanenter Überdruck im Raum sollen Staub von den empfindlichen Rohlingen aus Glas fernhalten. Größte Sorgfalt auch beim Galvanisierungsprozess bei dem die Gussform des Compactdiscs entsteht.

Bei Sonopress in Gütersloh, einer Tochter der Bertelsmann AG werden täglich über zwei Millionen der kleinen Laserscheiben hergestellt. Seit mehr als zehn Jahren gibt es Sie nun als Audio-CDs, die fast übernacht die Langspielplatten verdrängt haben.

Ob die neuste Platte von Michael Jackson oder eine CD-Rom mit einem Computerspiel, zehntausend dieser kleinen Scheiben verlassen täglich das Werk. Den reibungslosen Ablauf im Betriebe des High-Tech-Unternehmens überwachen einige wenige Mitarbeiter.

Qualitätsstandards und fehlerlose Produktion bedürfen ihrer Kontrolle. Vollautomatisch verläuft auch das verpacken in Hüllen, die im eigenen Hause gedruckt werden.

Die Verwaltung riesiger Buchbestände wird per Computer organisiert. Im Hochregallager an der Autobahn, werden täglich hunderte Paletten druckfrischer Bücher untergebracht. In dem über vierzig Meter hohen Gebäude, warten bis zu siebzig Millionen Romane, Bildbänder und Sachbücher auf ihre Auslieferung.

Beispielhaft stattete Bertelsmann 1984 die Gütersloher Stadtbibliothek aus. Das Prestigeobjekt liegt im Herzen der Kreisstadt, die mit circa neunzigtausend Einwohnern auch kultureller und wirtschaftlicher Schwerpunkt des Kreises ist.

Zum historischen Kern Güterslohs zählt die Apostelkirche. Der alte Kirchplatz wurde um fünfzehnhundert bebaut. Zunächst dienten die Häuser als Speicher, erst später als Wohnhäuser. Die Landwirtschaft bestimmte ihren Nutzen.

Ein weiteres Weltunternehmen hat nebenan seinen Stammsitz: Die Firma "Miele". Seit drei Generationen produziert sie Elektrohausgeräte. Waschmaschinen, Trockner oder Geschirrspüler von Miele werden in der ganzen Welt vertrieben. Als typischer westfälischer Familienbetrieb ist man dem Standort treu geblieben. Bodenständig, aber nicht rückständig ist die Devise.

Vor gut drei Jahren wurde mit über hundertzwanzig Millionen D-Mark ein Warenverteilzentrum errichtet. Die größte Einzelinvestionen in der Geschichte des Unternehmens. In dem riesigen Gebäude lassen sich über hunderttausend Geräte zwischenlagern. Ein Logistikzentrum besonderer Qualität. Ob Trocker oder Waschmaschine, jedes Gerät ist durch einen Barcode erfasst und im Computer gespeichert. Der Rechner kann so jeden Standplatz ermitteln.

Auch die Anlieferung von Einzelteilen für die Montage ist computergesteuert. Die Transportschienen verbinden das Teilelager und die Montagelinie. Den Produktionsbereich wiederrum mit dem Zwischenlager und der Auslieferung.

Von weltweit vierzehntausend Miele-Mitarbeitern sind allein in Gütersloh über viertausendsechshundert beschäftigt. Viele sind stolz darauf dem Unternehmen schon in der dritten Generation anzugehören.

Angefangen hat alles Ende des vorigen Jahrhunderts auf einem Bauernhof in der Nähe von Gütersloh. Ungewöhnlich aber wahr: Die erste "Miele-Erfindung" kam aus der Landwirtschaft.

(O-Ton Rudolf Miele)

Richtung Norden, jenseits des Teutoburger Waldes, liegt die Gemeinde Werther. Sie ist die einzige Stadt des Kreises auf der nördlichen Seite des Mittelgebirges.

Hier lebte und arbeitete der große Maler und Bildhauer des Expressionismus Peter August Böckstiegel. In Arrode bei Werther wurde er 1889 geboren. Zeitlebens hat die bäuerliche Herkunft seine Kunst bestimmt.

(O-Ton Tochter des Malers Peter August Böckstiegel)